Bonner Altstadt

Meine Altstadt – Eine Liebeserklärung an Bonns schönsten Stadtteil unter falschem Namen

Für mich ist die Altstadt das schönste Viertel in Bonn, besonders im Frühjahr, wenn nacheinander alle Straßen in Blüte stehen: zuerst die blassrosa Pflaumen- und Apfelblüten, dann die pink-farbenen Kirschbäume in Heer- und Breite Straße. Also nichts wie hin und schön kitschige Fotos im rosa Blütenmeer machen – fühlt sich fast wie Japan an!

Frühling Altstadt

Frühling Altstadt

Der Name, der über dem Eingang der Bonner Altstadt prangt, ist eigentlich irreführend. Schließlich ist der eigentliche Altstadtkern der Bundesstadt eher um das Münster herum zu suchen und Richtung Rhein. Die historische Altstadt wurde aber leider im 2. Weltkrieg nahezu völlig zerstört. Somit verlagerte sich der Name auf das „erst“ 100 Jahre alte Arbeiterviertel im Bonner Norden. Den Charme eines Handwerkerviertels mit vielen kleinen Läden, Gastwirtschaften und Wohnungen dazwischen hat die Altstadt sich bis heute erhalten. Anders als die Shoppingstraßen in der Innenstadt und die imposanten, gründerzeitlichen Bauten ist die Altstadt gemütlich und schön uneinheitlich. Das vorherrschende Kopfsteinpflaster und die besonderen Verkehrsinseln lassen den Verkehr eher gemächlich an den niedrigen Häusern vorbeirollen.

Die heutige Altstadt beginnt hinter dem wohl auffälligsten Bau der Stadt: dem Stadthaus. Dahinter liegt das wuselige, belebte Viertel, das von zwei Hauptadern (Heerstraße und Breite Straße) und vielen kleinen Neben- und Seitenstraßen durchzogen wird.

Geschichte gibt es hier zum Anfassen:

Die Heerstraße führte schon zu Römerzeiten schnurgerade zum „Römerlager“ in der Nordstadt, die kleinen, lustigen Verkehrsinseln sind Abgüsse von Monumenten und Stehlen, die entlang der Strecke gefunden wurden. Heute dienen sie der Verkehrsberuhigung. Nördlich und parallel zur Heerstraße markieren heute helle Steine den Verlauf des ehemaligen, römischen Aquäduktes.

In diesem Teil Bonns gibt es die etwas anderen Läden: Antiquariate, spanische Buchläden, die nettesten, kleinen Cafés (mein Favorit: das „Chimära“ Wolfstraße/Ecke Paulstraße, hier müsst ihr unbedingt mal das Frühstück probieren: mit der innovativen „Stulle deluxe“ startet es sich hervorragend in den Tag). Aber auch das „Madame Negla“ in der Breite Straße entzückt mit vielen liebevollen Details jeden Ästheten.

Ein bisschen südeuropäisches Flair erhält die Altstadt dadurch, dass hier viel mehr Leben auf der Straße stattfindet. Hier bleibt man kurz stehen und unterhält sich mit Ladenbesitzern, die vor ihrem Geschäft ein Päuschen einlegen, man trifft Bekannte und die Kassierer im kleinen Rewe, der früher Stüssgen hieß, sind immer besonders nett.

Bonner Altstadt

Bonner Altstadt

Der Rosenmontagszug ist in der Altstadt ein ganz besonderes Erlebnis. Auch wenn oder gerade weil einem die Wagen hier fast über die Füße fahren, ist man einfach viel näher dran am jecken Treiben. Nach dem Zug wird einfach in den vielen Kneipen und auch auf den engen Straßen bis spät in die Nacht weitergefeiert.

Nirgendwo kann man so gut und bequem Kneipentouren machen wie in der Altstadt. Wer in der Altstadt wohnt, geht schnell noch mal zur nächsten Eckkneipe auf ein Bier mit Freunden – ganz entspannt und unbefangen-spontan im Wohlfühl-Look. Der Nachhauseweg ist nie weit und sicher fühlt man sich immer, denn auch zu später Stunde ist hier immer noch viel Volk auf den Straßen unterwegs.

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3 Gedanken zu „Meine Altstadt – Eine Liebeserklärung an Bonns schönsten Stadtteil unter falschem Namen

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