Südstadtfassade Bonn

Mein Bonn – Ein Tag in meiner Lieblingsstadt

Vielleicht fange ich direkt damit an, isch bin keen bönnsche Mädche! Ich komme aus dem Ruhrgebiet, aus Westfalen. Das hört sich irgendwie nach Spaßbremse an, ich glaube, das denken manchmal auch die Rheinländer – alles VorurteileJ. Seit zehn Jahren bin ich jetzt schon hier in Bonn, fühle mich pudelwohl und lasse mich immer wieder von der Gelassenheit und der Fröhlichkeit der Rheinländer anstecken. Das rheinische Motto: „Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jood jejange!“ ist einfach herrlich, befinde ich als Westfale, und mache es mir gleich zu Eigen.

Doch Bonn ist mehr als nur ein Lebensmotto, Bonn hat Charme, Bonn ist liebenswert, der gemeine Bonner ist wirklich nett und dann gibt es ja noch die vielen anderen tollen Sachen, die man hier auf engstem Raum unternehmen kann. Fangen wir einfach mal vorne an. Frühstücken kann man in der Innenstadt gefühlt an jeder Ecke, das ist wunderbar. Für mich gibt es ein besonderes Highlight, für das es sich lohnt früh aufzustehen und einen Platz im Café zu ergattern. Also düse ich mit dem Rad die fünf Kilometer aus Friesdorf zum Kaiserplatz, parke mein Zweirad und weiter geht es zu Fuß vorbei an der Eisdiele am Kaiserplatz, dort gibt es im Sommer meine Lieblingsorten, Pampelmuse und Limette, hmm. Doch jetzt erstmal zum Frühstück, Eis gibt es vielleicht später. Also vorbei am ehemaligen Residenzschloss, der heutigen Universität und an der noch im Halbschlaf liegenden Hofgartenwiese. Von den Studenten, die die große Wiese sonst bevölkern noch keine Spur, ist noch zu früh. Dann durch den Unidurchgang an der Stockenstraße. Hier könnte ich jetzt noch zum legendären Café Blau abbiegen. Da findet man auch schon die ersten Studenten beim Frühstück, ich glaube hier gibt es die größte Auswahl und dazu noch riesen Pötte mit Milchkaffee. Doch ich möchte heute im First Flush meinen Tag in Bonn beginnen. Also gehe ich weiter zum Alten Rathaus. Das im Rokokostil erbaute Gebäude aus dem 18. Jahrhundert steht am Marktplatz und wirkt mit der großen Treppe nicht nur erhaben, es ist schlicht weg die Hauptfigur auf dem großen Platz. Jeden Tag, auch samstags, kann man sich auf dem Markt mit Obst und Gemüse aus der Region eindecken. Auch Gewürze, leckerer Honig, Käse und orientalische Spezialitäten kann man hier erstehen. Selbst die Atmosphäre ist ein Klischee, hört man doch allerorts die Marktschreier: „Leckere Erdbeeren, süße Clementinen, heute ganz frischer Spargel“ lautstark anpreisen!

First Flush Tea Room

First Flush Tea Room

Jetzt aber endlich zum Frühstück: Zwischen Altem Rathaus und dem Traditionsgasthaus Em Höttche auf der einen Seite und Café Miebach auf der anderen Seite, liegt mein Ziel für diesen Morgen: das First Flush Teehaus. Eine orientalisch angehauchte Atmosphäre, bequeme Stühle, kleine Tische, Sessel und Sofas empfangen mich und machen Lust auf einen ganz entspannten Vormittag. Auch meine Teeauswahl habe ich schon getroffen, Raffaela, ein Grüntee mit Kokosraspeln, lecker! Nun zum Frühstücks-Highlight: Croissant, französisches Landbrot, eine mediterrane Wurstauswahl und Käse, Himmel, das ist ein Gedicht. Man hat das Gefühl, der Käse ist handverlesen und super ausgefallen. Die Geschmacksexplosion ist dann aber neben dem Lachsstreich ganz eindeutig das hausgemachte Earl Grey Gelee. Das kann man dort auch kaufen, genau wie die vielen Teesorten gibt es alles auch zum Mitnehmen. Im Sommer kann man übrigens auf der sonnigen Terrasse mit Blick auf das Alte Rathaus seinen Tee genießen.

Beethoven-Haus Bonn

Beethoven-Haus Bonn

Gestärkt und voller Erlebnisdrang gehe über den Walk of fame in der Bonngasse, wo Bonner Persönlichkeiten verewigt sind, weiter bis zum Beethoven-Haus. Dort wurde 1770 Ludwig van Beethoven geboren, heute ist es ein Museum. Schon vor der Tür treffe ich Asiaten, die sich freuen, wenn ich sie mit ihrer Gruppe vor dem weltberühmten Haus fotografiere. Doch mein eigentliches Ziel war eher die Chocolaterie von Coppeneur auf der Friedrichstraße. Ich möchte unbedingt noch die Schokolade mit Ingwer und Chili probieren, von der mir meine Kollegen vorgeschwärmt haben. Man kommt ja doch nicht drum herum, in diesem köstlichen Schokoladenduft schwach zu werden, also gehe auch ich mit einer weißen Schokolade mit Orange und Mandeln wieder aus dem Laden und bin ganz beschwingt von den vielen Köstlichkeiten.

Shopping Bonn

Shopping Bonn

Jetzt möchte ich mich noch ein bisschen im Shoppinggetümmel treiben lassen. Durch die vielen Boutiquen und Stores bummeln, vielleicht das ein oder andere kaufen und am Ende, und das ist immer so, wenn ich in der Stadt bin, lande ich im Kino. Ihr wundert euch, dass es jedes Mal gerade den Film gibt, den ich nach meinem Bonn-Tag unbedingt sehen muss? Nein, so nicht, mein Kino ist heute eine Buchhandlung. Auf mehreren Etagen kann man heute in Büchern stöbern wo früher ein Premierenkino war. Vieles erinnert heute noch daran, so zum Beispiel die weinroten Bühnenvorhänge, oder Kinostuhlreihen in denen heute Bücher Probe gelesen werden oder im Untergeschoß die alte Kinokasse. Alles in allem eine herrliche Atmosphäre. Mit einem weiteren Buch im Gepäck mache ich mich wieder auf den Weg zu meinem Fahrrad am Kaiserplatz und fertig ist mein Bonn-Tag.

FacebookTwitterXINGGoogle+Empfehlen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Loading Facebook Comments ...