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Kaffeeklatsch in Bonn – die etwas andere Stadtrundführung

An einem Freitagnachmittag bei gefühlten 35 Grad Celsius standen wir vor der Beethovenskulptur, bereit für unsere zweistündige „Kaffeeklatschtour“.  Zunächst waren wir etwas skeptisch, da man Bonn nicht als erstes mit Kaffee in Verbindung bringt und fragten uns, ob wir letztendlich nur ein kleines Kaffeekränzchen halten würden. Doch dies sollte sich zum Glück nicht bestätigen ;) – Ganz im Gegenteil!…aber erstmal von Anfang an:  Nachdem  Frau Brennig uns herzlich in Empfang genommen hatte, ging es auch schon auf dem Münsterplatz los. Zunächst erfuhren wir eine Menge interessanter Facts über die Herkunft und Geschichte des Kaffees.

Das Wort „Kaffee“ leitet sich von „Kahwe“ ab, das soviel wie Lebenskraft und Stärke auf Arabisch bedeutet.  Überhaupt stammt Kaffee aus Arabien und wurde erst später durch Kaufleute in Europa verbreitet.  Es ranken sich verschiedene Legenden um die Entdeckung des Kaffees und seiner Wirkung. Eine lustige Story ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Sie handelt von einem Kamel, dass zufällig Kaffeebohnen fraß und anschließend doppelt solange durch die Wüste reiten konnte! Kaffee galt lange als Luxus und war zunächst nur den reichen Leuten vorbehalten, doch dann entdeckte das normale Volk Kuriositäten wie die Kaffeesuppen für sich.  Kaum vorstellbar, Kaffee als Suppe zu löffeln oder?  Doch sie hielt warm, wach und sättigte. Außerdem erfuhr ich endlich warum das „Cafe  Midi“ auf dem Münsterplatz eigentlich Milchhäuschen genannt wird: Und zwar gab es damals  einen starken Alkoholkonsum und man wollte diesem „Suff“ mit  kleinen Milchhäuschen entgegenwirken, die mit der Zeit auch immer mehr Kaffee ausschenkten. Was natürlich den ein oder anderen nicht daran hinderte einen kleines Schnapsfläschchen unbemerkt in seinen Kaffee zu kippen, wie Frau Brennig uns lachend erklärte.

Anschließend ging es weiter zum Kaiserplatz, wo es dann -wie zu erwarten – zu regnen anfing. Doch wir blieben wacker im Regen stehen und Frau Brennig versetzte uns zurück in das 19. Jahrhundert: Sie zeigte uns ein Bild, wie der Platz damals ausgesehen hatte und er war wirklich kaum wieder zu erkennen: Dort wo heute der Busbahnhof ist war, damals das Gasthaus „Kaiserhalle“, das einen beliebten Treffpunkt (bes. auch für die ersten Studentinnen) darstellte.

Außerdem erzählte sie uns die Geschichte von der Kaffeerösterei Zuntz:  Angefangen hatte alles mit einer Witwe. Sie wollte ihrem Sohn eine gute Zukunft ermöglichen und gründetet das Kaffeeunternehmen Zuntz in der Bonner Südstadt. Die “selige Witwe” wurde zum Markennamen einer weit über Bonn hinaus bekannten Kaffeedynastie. In Bonn gab es zwar etliche Kaffeeröstereien aber keine ist je so erfolgreich geworden wie die Rösterei Zuntz. Die Firma hatte deutschlandweit Niederlassungen u.a. auch in Berlin. Das Logo der Firma war die  Sekretärin im Kostüm mit Schutenhut. Von der Rösterei an der Bonner Königstraße ist nur noch die Fassade erhalten, dahinter steht ein Neubau, doch als ich die  Dame mit dem Schutenhut betrachtete, konnte ich mich in ihre bewegende Geschichte hineinversetzen.

Kaffeerösterei Zuntz

 

Schließlich waren wir doch alle etwas fertig von der schwülen Hitze und Frau Brennig gab uns –natürlich was auch sonst – einen Kaffee aus! Aber nicht irgendeinen, sondern von einem urigen Kaffeewagen direkt vor der Hofgartenwiese. Der Kaffee wurde frisch vor unserer Nase zubereitet und er schmeckte wirklich sehr gut! Nach der kleinen Kaffeepause schlenderten wir durch die Uni und gelangten schließlich zum FAZ-Café. Ebenfalls ein kleiner Geheimtipp, den wir an dieser Stelle mit euch teilen ;) Dort gibt es guten Kaffee zu kleinen Preisen und ist deswegen besonders bei den Studenten beliebt. Das Café befindet sich auf der rechten Seite des Unihauptgebäudes.

Dann ging es weiter zum Beethovenhaus. Dort angekommen, kamen wir durch das kleine aber feine Haus in einen Hinterhof. Und dort sahen wir dann das eigentliche Wohnhaus von dem berühmten Komponisten.  Auch er war ein Kaffeegenießer. Außerdem verriet sie uns, dass er für seinen perfekten Kaffeegenuss jedes Mal genau 60 Bohnen abzählte.

Unsere letzte Station war die Kaffeerösterei „Weidenbrück“ auf der Sternstraße. Schon der Laden wirkte sehr einladend:  Eine Mischung aus Tradition und Moderne.  Vor allem die goldenen Kaffeebehälter und die alten Kaffeemaschinen waren ein Hingucker. Die nette Verkäuferin stellte uns spontan die kleine Rösterei vor und erklärte uns wie die  große Kaffeeröstungsmaschine funktioniert, in denen die Bohnen, die in riesigen Säcken daneben standen, frisch geröstet und anschließend im Laden verkauft wurden. Außerdem durften wir alle mal an den verschieden Sorten schnuppern. Es war wirklich für  jeden Geschmack etwas dabei.

Zum Abschied bekamen wir schließlich noch ein leckereres Macaron und dann war die Zeit auch schon vorbei. Wir verabschiedeten uns von Frau Brennig und fuhren bereichert an Eindrücken nach Hause.

Fazit: Diese Tour können wir nur empfehlen. Sie bietet für jedes Alter etwas und man bekommt neben einer Menge theoretischem Wissen auch praktische Eindrücke von der Welt des Kaffees und Bonn! Außerdem ist sie eine sehr lebhafte Tour, die immer völlig anders ablaufen kann, da jeder seine eigene Kaffeegeschichte zu erzählen hat und je nach Interesse andere Stationen abgelaufen werden!

Wenn ihr gerne mehr erfahren möchtet, macht doch selbst mal mit! Tickets gibt es bei der BonnInfo!

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Ein Gedanke zu „Kaffeeklatsch in Bonn – die etwas andere Stadtrundführung

  1. klebefolie

    Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben Sie eine Stammleserin gewonnen. Vielen dank für die Informationen.

    Gruß Anna

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