Foto: David Ertl, 2015
© Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Ausstellungseröffnung „Der Göttliche. Hommage an Michelangelo“

BonnRegion hat gestern für euch schon mal exklusiv „vorgefühlt“ – auf der Ausstellungseröffnung zu „Der Göttliche. Hommage an Michelangelo“ in der Bundeskunsthalle. Die Ausstellung zeigt Werke aus allen Epochen, die sich der immensen Wirkung des großen Meisters auf die europäische Kunst widmen. Zu sehen ist die Werkschau bis zum 25. Mai 2015 auf der Museumsmeile.

Die Veranstaltung war so gut besucht, dass wir direkt mal draußen warten mussten – gut war allerdings, dass die einführenden Reden von Intendant Rein Wolfs, Generalkonsul Emilio Lolli und den Kuratoren Prof. Dr. Georg Satzinger und Prof. Dr. Sebastian Schütze mittels eines großen Bildschirmes ins Foyer übertragen wurde, wo man dann in guter Gesellschaft schon mal ein Weinchen im Weltraum-Café genießen konnte.

Nach den Vorträgen konnten wir uns dann aber natürlich bei der Aussicht auf so viele muskulöse Männerkörper nicht mehr auf den Stühlen halten und stürmten die Ausstellung. Wer sich bei dem Ausstellungstitel darauf eingestellt hatte, einen Blick auf den David oder die Sixtinische Kapelle werfen zu können, wurde hier nicht fündig. Das Konzept der Ausstellung, Michelangelos Werk gewissermaßen im Spiegel seiner Wirkung auf Schüler, Zeitgenossen und Künstler folgender Epochen zu zeigen, ist jedoch interessant und eröffnet neue Perspektiven.

Aber zurück zu den nackten Männern – denn davon gab es reichlich. Nein im Ernst, die Errungenschaften Michelangelos für die Aktmalerei werden schon deutlich, wenn man sieht, wie andere Künstler durch Kopieren seiner Arbeiten lernten, den menschlichen Körper in seiner Vollkommenheit zu zeichnen.

Gelatinesilberdruck 
© Robert Mapplethorpe
 Foundation, New York

Gelatinesilberdruck

© Robert Mapplethorpe
 Foundation, New York

Im Fokus stehen Werke von Raffael, Caravaggio, Rubens, Rodin, Cézanne und Struth. Michelangelo, schon zu Lebzeiten eine Legende, galt für all diese Künstler jahrhundertelang als DER Maßstab. Michelangelo selbst fertigte zeichnerische Vorlagen für seine Schüler an – Gesichtsausdrücke, Körperteile und –haltungen konnten so schon zu seinen Lebzeiten von seinem bahnbrechenden Vorbild kopiert werden. Die Ausstellung zeigt aber nicht nur quasi 1:1-kopierte Werke des Meisters, sondern auch moderne Interpretationen, wie zum Beispiel die „Strickmadonna“, eine humorvolle Abwandlung der berühmten Pietà im Petersdom, Vatikan.

Fotografie Oberösterreichisches Landesmuseum, Landesgalerie Linz © VG Bild-Kunst, Bonn 2014 Foto: Oberösterreichisches Landesmuseum

Fotografie
Oberösterreichisches Landesmuseum, Landesgalerie Linz
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Foto: Oberösterreichisches Landesmuseum

Wir sagen: eine Romreise ersetzt diese Ausstellung zwar nicht, aber die Werke der anderen großen Meister entfalten eine ebenso beeindruckende Wirkung – schaut mal rein!

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3 Gedanken zu „Ausstellungseröffnung „Der Göttliche. Hommage an Michelangelo“

  1. Pingback: Bonner Linktipps am Samstag: Über Literatur, Flüchtlinge, Feiertage und Museen | Bundesstadt.com

  2. Dieter

    Hallo Inga,
    ich bin über http://www.bundesstadt.com auf Deinen Blog gestoßen. In den Themen sehe ich ein paar Überschneidungen zu meinem Blog, da ich auch gerne Ausstellungen besuche und in der warmen Jahreszeit gerne mit dem Rennrad unterwegs bin. Ist auch alles wunderbar erzählt und liest sich toll.

    Gruß Dieter

    Antworten

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