FF_StrongmanRun_2015_NBR_031_Neandertaler

Die T & C für euch im Dreck

Als Strongman fühle ich mich jetzt nicht gerade aber ein bisschen im Schlamm rumkriechen wird schon kein Problem sein, dachte ich mir und mir nichts dir nichts war ich für den Fisherman’s Friend StrongmanRun auf dem Nürburgring angemeldet.

Am Tag vor dem Lauf schien es dann doch sinnvoll, sich mal mit dem genauen Streckenverlauf vertraut zu machen: 23 km und zwei Runden mit je 18 Hindernissen. Wasser, Strom, Schlamm, Schaum, Autoreifen, Überseecontainer. Etwas mulmig wird einem da schon.

Doch frohen Mutes geht es am Samstag an den Start. Es ist zwar recht kühl aber immerhin regnet es nicht. Schnell wird es 13.00 Uhr, die Ersten starten schon. Wir sind weiter hinten im Feld und warten noch etwas. Das Adrenalin pocht.

Die Sonne scheint, das Herze lacht, die ersten Hindernisse sind schnell überwunden. Auf die Knie, durch den Schlamm, Treppe hoch Treppe runter, über die ersten Autoreifen, rauf auf den ersten Container. Das soll alles sein? Scheint als wäre der StrongmanRun doch gar nicht so strong, wie ich befürchtet hatte. Gleich mal einen Energydrink. Der ist zwar durchsichtig aber nicht flüssig: Strom kommt in weißen Fäden von der Decke eines Hindernisses und versetzt einem kleine Schocks. Mh, das muntert auf.

Dann Hindernis 4: Slime Time. Jetzt wird es eklig. In den Matsch haben findige Menschen ein Mehl eingerührt, aus dem Mayonnaise hergestellt wird. Eine Mischung vom allerfeinsten, die Appetitlichkeit hält sich in Grenzen.

Als nächstes die Eifler Südwand, die HeldenpresseFF_StrongmanRun_2015_NBR_157_Rutsche und die Wall of Pain. Der Name ist hier Programm, inzwischen sagen auch die Muskeln vorsichtig Hallo. Das gibt Muskelkater aber fürs Erste hält sich der Schmerz in Grenzen. Immer weiter geht es, bis schließlich links das Ziel aufleuchtet. Geschafft. Endlich. 11,5 km und 18 Hindernisse sind vorbei, der Endgegner bezwungen. Kleiner Wehrmutstropfen: Das war nur die erste Hälfte.

Es folgt Runde zwei. Nachdem knapp 12.000 Menschen durch gelaufen sind ist der Matsch matschiger und nach mittlerweile zwei Stunden auf der Strecke der Strom wesentlicher nerviger. Die Schritte die Eifler Südwand hinauf werden schwerer. Ich fühle mich matt und ausgemergelt. Wie schon der große Philosoph Bilbo Beutlin einst sagte: wie Butter auf zu viel Brot verstrichen. Wie der große Philosoph Ponstingl, seines Zeichens Praktikant bei der T & C, noch hinzufügen möchte: wie auf den Boden gefallenes Brot und dreimal mit dem Auto drüber gefahren.

Am Mount GiveMeTheRest kommt die Frage nach dem Sinn und Unsinn auf. Wieso tun sich jedes Jahr mehrere Tausend Menschen ihrem eigenen Körper diese Tortur an?

Erneut Hindernis 15: Walking Wet. Eiskaltes Wasser, danach bläst einem pitschnass der Eifler Südwind entgegen. Die Gedanken kreisen um die medizinische Versorgung. Wo ist das nächste 11297635_1005368349476348_327986292_nKrankenhaus? Wird man mich finden, wenn ich mich da drüben einfach an die Seite lege und etwas schlafe? Egal, einfach weiter, immer weiter.

Noch einmal die Zähne zusammen gebissen, noch ein letztes mal den Mount Buttmore hinauf, die Gummiplane hinunter ins Wasser, die Strohballen hinauf und ab ins Ziel. Jetzt aber. Geschafft. Nach knapp vier Stunden ist der Fisherman’s Friend StrongmanRun bezwungen. Mir ist bitterkalt und ich spüre alle Muskeln aber es fühlt sich gut an. Einen Tag ungehemmt durch den Schlamm. Ein Kindheitstraum ist wahrgeworden. Mein Bekanntenkreis wird für die nächsten zwei Wochen gezwungen, mich mit Strongman anzureden und ich bereite mich schon mal auf das nächste Jahr vor.

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