St.Martin

Sankt Martin – lange Tradition – großes Fest

 

Ich geh mit meiner Laterne … Am 11. November feiern wir in Bonn und der Region den Sankt Martin -Tag, also nicht nur wir, im mitteleuropäischen Raum ist dieses Fest weit verbreitet und es gibt eine ganze Reihe von Traditionen und Bräuchen, die sich rund um die Martinslegende ranken. Ich möchte euch heute etwas aus unserer Region berichten. Aber zuerst ein kurzer geschichtlicher Exkurs:

Wer war Martin eigentlich? Er war Sohn eines römischen Berufssoldaten und hatte damit die Pflicht, auch der Armee beizutreten. Das war im Jahr 331 n.Chr., damals war er 15 Jahre alt, zurückhaltend, bescheiden, gütig und voller Nächstenliebe; so liest man von ihm und alle mochten ihn. Eines Abends ritt Martin auf das Stadttour von Tours zu und wurde von einem Bettler angesprochen. Martin hatte nichts dabei, dass er ihm hätte geben könne, darum hat er kurzer Hand seinen Militärmantel geteilt und eine Hälfte dem Bettler gegeben. In der Nacht erschien Jesus ihm im Traum und erzählte ihm, er war in Gestalt des Bettlers vor der Stadt und wurde so vor dem Erfrieren durch Martins Mantel gerettet. Von diesem Zeitpunkt an verließ Martin die Armee und wurde Mönch und später ein sehr beliebter Bischof von Tours. Erst nach seinem Tod, am 11. November 397 n. Chr., wurde er heiliggesprochen und seitdem ist er für viele Handwerksberufe und für Soldaten der Schutzpatron. Und seither feiern wir jedes Jahr am 11. November den Martinstag.

St.MartinFür die Kinder ist es immer ein Highlight, sie basteln schon Wochen vorher in der Schule oder im Kindergarten eine Laterne und am Sankt Martin -Abend ziehen sie, angeführt von einem Pferd mit einem als römischen Soldat verkleideten Reiter mit roten Martinsmantel durch die Straßen. Dabei singen sie Martinslieder und werden oft auch von Musikgruppen begleitet. Traditionell gibt es ein Martinsfeuer und oft wird um dieses Feuer die Geschichte mit der Mantelteilung nachgespielt. Bei uns in Bonn finden mehr als 50 Martinszüge statt und der größte geht durch die Bonner Innenstadt. Mit mehr als 1.300 Kindern (und Laternen) ist er ein echtes Erlebnis und macht auch „Nichtlaternen-Trägern“ beim Zuschauen Spaß. Bei dem großen Martinsfeuer auf dem Marktplatz ist jedes Jahr eine ganz besondere Atmosphäre. Im Rhein-Sieg-Kreis finden sogar mehr als 100 Martinsumzüge statt, die sich auf mehrere Tage bis zum 11. November verteilen.

Unser Weckmann… Hier im Rheinland gibt es zu dieser Zeit Martinswecken, also kleine süße Brötchen, und Weckmänner aus Hefeteig mit Tonpfeife in den Bäckereien. Wir sagen Weckmann dazu, da es ein „Mann“ aus Weckteig ist, also aus Mehl, Zucker, Salz und Wasser. Im Ruhrgebiet sagt man Stutenkerl und in Westfalen beispielsweise schon Kiepenkerl, alle meinen dasselbe Teigmännchen. Oft bekommen die Kinder einen solchen Weckmann im Gedenken an Martin nach dem Fackelzug oder zum Martinsfeuer.

St.MartinDie Martinsgans… Neben dem Knüles, der als Gansersatz und Arme-Leute-Essen zum Martinstag im Rheinland einfach dazu gehört, möchte ich natürlich die traditionelle Martinsgans nicht auszulassen. Wir zelebrieren sie mit Rotkohl, Knödeln, leckerer Soße und Bratapfel. Einfach köstlich! Aber warum ist die Gans eigentlich so wichtig am Martinstag und wo kommt die Tradition her? Es gibt zwei Ansätze und irgendwie sind sie beide sehr nett. Zum einen sagt man, Martin wollte sich vor seiner Bischofsweihe drücken und hat sich dazu in einem Gänsestall versteckt. Da Gänse aber bekanntlich nicht den Schnabel halten können, haben sie ihn mit ihrem Geschnatter verraten und Martin wurde zum Bischof von Tours. Der andere Erklärungsversuch ist eher historisch bedingt. Am 11. November war eine Lehnszahlung, der Martinsschoß fällig und da der oft aus einer Gans bestand war schnell der Name Martinsgans gefunden.

 

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