Brassertufer Bonn

Rhein in Flammen® hinter den Kulissen: alle Hände voll zu tun auf dem Schiff

Rhein in Flammen®, das Traditionsevent mit Erlebnischarakter ist mehr als nur Schiffe und Feuerwerk. Ein ziemlich großer Aufwand und viele einzelne Akteure stecken dahinter. Um euch das – quasi „hinter den Kulissen“ – zu zeigen, haben wir mal einige dieser Beteiligten besucht und für euch ausgefragt.

Wir waren bei Manuela und Clemens Schmitz auf der „Filia Rheni“ zu Gast und sie haben uns einen Einblick zu Rhein in Flammen® aus Sicht der Reeder gegeben. Die „Filia Rheni“ gehört zur größten Bonner Flotte auf dem Rhein – der Bonner Personen Schiffahrt (BPS) und ist schon seit vielen Jahren fester Bestandteil des Konvois.

Manuela und Clemens Schmitz von der "Filia Rheni"

Manuela und Clemens Schmitz von der “Filia Rheni”

BonnRegion: Was hat ein Kapitän für Vorbereitungen und Organisationen zu treffen, damit die Fahrt reibungslos verläuft?

Clemens Schmitz: Wir erhalten vom Veranstalter, der T&C, einen Einsatzplan über den Konvoi mit allen Schiffen eingezeichnet, damit jeder Schiffsführer weiß, wo er sich zu welcher Zeit an welchem Ort einzufinden hat. Und wenn dann abends alle da sind, zum Start des Feuerwerkes, gibt die Wasserschutz-Polizei das Signal: Jetzt geht’s los, und dann fahren alle Schiffe gleichzeitig, gemeinsam Rhein in Flammen® Richtung Bonn, Richtung Rheinaue.

BR: Gibt es besondere Regeln, die man beachten muss, wenn man in dem Schiffskonvoi fährt?

CS: Der Plan sagt ganz eindeutig aus, an welcher Stelle man im Konvoi zu fahren hat, wer der Vordermann oder der Nachbar ist. Man richtet sich immer nach seinem Vordermann und fährt dann dem vorderen Schiff immer hinterher mit einem gleichbleibenden Abstand, soweit das möglich ist, dicht aufgeschlossen, damit der Konvoi sich nicht in die Länge zieht und dass alle Gäste, die an Bord der Schiffe sind, auch was sehen können.

BR: Ist dieser Plan jedes Jahr anders?

CS: Ich würde sagen, dass der Plan zu 80-90% immer gleich ist, weil eigentlich immer dieselben Schiffe mitfahren. Die Veranstalter wissen, wie manövrierfähig die Schiffe sind und danach werden sie eingeteilt – ob sie vorne oder hinten im Konvoi fahren. Es kommen jedes Jahr neue Schiffe dazu oder andere fallen weg und dadurch ändern sich einige Kleinigkeiten am Plan aber im Großen und Ganzen ist der eigentlich immer gleich.

BR: Also ist die Schifffahrt an Rhein in Flamme® mittlerweile Routine geworden?

CS: Ja Routine…klar von den Vorbereitungen her, aber es ist immer eine große Aufgabe für den Schiffsführer in so einem Konvoi mit 40 oder50 Schiffen auf dichtem Raum mit einander zu fahren, die Abstände einzuhalten und aufzupassen, dass es nicht zu Unfällen kommt. Das ist uns bis jetzt immer gut gelungen.

BR: Wie kommunizieren die Kapitäne untereinander?

CS: Die Schiffe haben alle UKW-Sprechfunk an Bord und können so miteinander auf einem Kanal sprechen. Es gibt einen Anruf-Kanal, Kanal 10, da sind alle Schiffe, unabhängig von Rhein in Flammen®, drauf und man kann jedes Schiff mit Namen ansprechen. Der Schiffsführer hört einen dann und man kann ihm direkt antworten.

BR: Vielen Dank! Jetzt noch ein paar Fragen an Manuela Schmitz, die für den Schiffscharter zuständig ist.

Bis wann gehen denn eigentlich noch eure Linienfahrten vor Rhein in Flammen®?

Manuela Schmitz: An Rhein in Flammen® selber gibt es bei der Bonner Personen Schiffahrt leider nur einen eingeschränkten Schiffsverkehr. Weil die meisten Schiffe der BPS in den Vorbereitungen von Rhein in Flammen® stecken für ihre Gesellschafter oder auch die Passagiere, die an Bord kommen. Die haben eine gewisse Vorlaufzeit. Wir fahren morgens eine Tour nach Linz und zurück und dazwischen werden nur kleine Rundfahrten angeboten, die den ganzen Ablaufplan irgendwo zulassen. Die Gäste kommen meist schon ab 15-16 Uhr an Bord und werden dann schon mit Kaffee und Kuchen eventuell begrüßt und dann schon in dieses ganze Flair miteinbezogen.

BR: Wann fangen die ganzen Vorbereitungen an?

MS: Das kommt ein bisschen darauf an. Bei uns hier explizit auf der „Filia Rheni“ ist es so, dass wir „verchartert“ sind. Das heißt, es kommt eine geschlossene Gruppe an Bord, die das ganze Schiff gemietet hat. Da haben wir Absprachen im Zeitraum von vier Wochen vorher, wo wir mit den Kunden besprechen, was gewünscht ist an diesem Abend. Es wird die Wein-Auswahl festgelegt und was es zu essen gibt. Meistens entscheiden die Gäste sich für ein Buffet, weil dann für jeden Gast irgendwo das passende dabei ist. Also vier Wochen vorher kann man sagen, dass die ganze Planung steht.

BR: Wie ist das mit den Tickets? Wann fangen die Vorbestellungen an?

MS: Bei uns in der BPS ist es auch ganz oft so, dass wir ganz viele Stammkunden haben, die sich natürlich beim Einzelverkauf die Fahrkarten fürs nächste Jahr Rhein in Flammen® ganz schnell wieder sichern. Oder dass sie am gleichen Abend noch sagen: „Wir fahren nächstes Jahr wieder mit, das war so toll“. Wir hier auf der „Filia Rheni“ haben viele Gäste an Bord, die selbst bei der Charter sagen „das war ein toller Abend und wir möchten nächstes Jahr die „Filia Rheni“ auch exklusiv chartern“ und wenn wir da noch nichts vergeben haben, ist das natürlich auch möglich.

BR: Wann heißt es für euch am Veranstaltungstag endlich mal „Pause“ und „Durchatmen“?

MS: (lacht) Pause, durchatmen … eine richtige Pause – die habe wir dann meistens nicht. Wir haben so viel zu tun und durchatmen können wir tatsächlich erst während des Abschlussfeuerwerks, dann sind die Gäste alle oben auf Oberdeck und genießen die tolle Aussicht, das tolle Spektakel und in der Zeit können wir in der Regel auch mal durchatmen und Kaffee trinken oder kurz ein paar Minuten durchschnaufen.

BR: Ich seh schon, da ist echt einiges zu tun. Vielen Dank für eure Zeit und alles Gute für die diesjährige Veranstaltung!

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