Arkadenhof der Uni Bonn
Foto: Thilo Beu, Bonn

Internationale Stummfilmtage Bonn – 11. – 21.08.2016

Seit 32 Jahren ziehen die internationalen Stummfilmtage jedes Jahr ein großes Publikum in ihren  Bann. Eine riesige Leinwand fesselt den Zuschauer unter freiem Himmel im Arkadenhof der Universität Bonn: zu sehen sind jeden Abend restaurierte Stummfilme aus aller Welt mit live-musikalischer Begleitung.Auch dieses Jahr wird ein vielschichtiges Angebot von berühmten Stummfilmklassikern zu weniger bekannten Stummfilmen präsentiert. Letztere sind zum Teil erstmals nach längerer Zeit wieder in ihrer Originalfassung zu sehen.

Schon zu Beginn, am Donnerstag, dem 11.08., wird mit einem Meisterwerk gelockt. „Fairbanks ist verrückt“ führt die besten Filme Douglas Fairbanks‘ zusammen. In einer bizarren Komödie versucht ein Psychologe einen geistig vollkommen geistig gesunden Mann (Fairbanks) in den Wahnsinn und Tod zu treiben.  In seinen früheren Filmen für seine körperliche Fitness bekannt, prahlt Fairbanks auch hier mit atemberaubenden Sprüngen und Klettereinheiten.

Zwei Tage später (Samstag, 13.08.) darf man „Mister Radio“ auf der Leinwand bestaunen. Das Besondere an diesem Film, der von einem erfindungsreichen Ingenieur handelt, ist der Hauptdarsteller Luciano Albertini. Der ehemalige Zirkusartist kam mit seinen athletischen Fähigkeiten im Kino groß raus und stellt auch in diesem Film die Gesetze der Physik auf den Kopf.

Arkadenhof der Uni Bonn Foto: Thilo Beu, Bonn

Arkadenhof der Uni Bonn
Foto: Thilo Beu, Bonn

Als ein weiteres Highlight der Stummfilmtage kann die Komödie „Charly tut, was er kann“ gelten. Charles Bowers‘ Kurzfilm handelt von der absurden Erfindung eines vollautomatischen Restaurants, was natürlich gründlich schief geht.

Der Film wurde erst vor kurzem aus verschiedenen Materialien nahezu vollständig neu konstruiert und wird nun am Montag, dem 15.08. erstmals gezeigt.

Vom bekannten französischen Drama „Maldone“ von Jean Grémillon ist leider nur noch ein Drittel des ursprünglichen Films übrig. Dennoch absolut sehenswert: der Wanderarbeiter Olivier Maldone ist zwischen seiner bürgerlichen Existenz und damit verbundenen Pflichten und dem Drang nach Freiheit mit  seiner Geliebten hin und her gerissen. Gezeigt wird dieser Film am Dienstag, dem 16.08.

Mittwoch, den 17.08. gibt es wieder etwas zu lachen: Die Mischung aus Trick- und Realfilm der Kurzfilm-Komödie „Kokos Zeichentrickfabrik“ beschert dem Zuschauer mit der Figur „Koko der Clown“, der zu Beginn jedes Films der Feder seines Schöpfers Max Fleischer entschlüpft, einen Lacher nach dem anderen.

Arkadenhof - Foto: Thilo Beu, Bonn

Arkadenhof – Foto: Thilo Beu, Bonn

Etwas ganz Besonderes zeichnet auch den britischen Science-Fiction-Film „Der Luftkrieg der Zukunft“ von Walter R. Booth aus, der am Donnerstag, dem 18. August gezeigt wird. Der Film spielt wenige Jahre vor Ausbruch des ersten Weltkriegs und zeigt eine Zeppelin-Flotte, die das Land mit Bomben überschüttet. Ein junger Erfinder entdeckt mit seiner Assistentin eine mögliche Rettung …

Ein weiteres Science-Fiction-Märchen wird am folgenden Tag vorgeführt. „Das schlafende Paris“ handelt von ein paar Menschen, die sich auf dem Eiffelturm befanden, als Paris von einem Professor in einen Tiefschlaf versetzt wurde. Das Hauptaugenmerk dieses Films liegt auf den Bewegungseffekten.

Zu guter Letzt wird am Sonntag, den 21.08. ein chinesisches Melodram vorgeführt, welches einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen der Filmszene Shanghais gewährt. Die originale Begleitmusik ist zwar verloren, stattdessen wird man jedoch den Gesang der Hauptdarstellerin hören.

Neben der großartigen Filmreihe im Arkadenhof bietet das LVR-Landesmuseum Bonn an den beiden Sonntagnachmittagen verschiedene Vorträge und Vorführungen, die dieses Jahr stark auf das Abendprogramm ausgerichtet sind. So wird am 14.08. z.B. John Hagenbeck und seine Raubtierfilme porträtiert; passend zum Film „Die weiße Wüste“ am darauf folgenden Donnerstag. Der zweite Sonntag widmet sich dem Experimentalfilm „Notfilm“ mit Buster Keaton als Hauptdarsteller und dem dokumentarischem „Notfilm“, der den Entstehungsprozess des Films darstellt.

Um einen genaueren Einblick in das umfangreiche Programm zu erlangen, kann man sich das Programmheft herunterladen. Einlass ist übrigens jeden Abend um 19 Uhr! Es lohnt sich, früh da zu sein.

Der Förderverein Filmkultur Bonn freut sich über viele Besucher bei freiem Eintritt und wünscht ganz viel Spaß bei großartigen Filmen! Gerne dürfen Sie anschließend spenden.

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