BAhn

Rund um den Drachenfels

Gestern war es soweit, das erste Wander-Tweetup startete an der Drachenfelsbahn. Unter dem Hashtag #wup7 finden sich noch heute tolle Bilder und Eindrücke. Für mich fing der wirklich schöne Nachmittag schon in Bonn an, denn ich bin mit dem Fahrrad bei 17 Grad und Sonnenschein im Büro gestartet. Was gibt es da schöneres als am Rheinradweg bis nach Königswinter zu radeln. Dort angekommen musste ich zuerst an der Eisdiele anhalten, gestärkt mit Erdbeere und Zitrone ging es dann weiter bis zur Talstation der Drachenfelsbahn.

fafhrt1883 fuhr die erste Drachenfelsbahn zur gleichnamigen Burgruine auf den heute meistbestiegensten deutschen Berg; damals jedoch ging die Fahrt noch mit Dampf. Heute zockelt und ruckelt die Bahn Zahn für Zahn in Richtung der 289 Meter hohen Bergstation und überwindet bis dahin 200 Promille, als 20 Prozent Steigung, und 220 Höhenmeter in nur acht Minuten.

Auf dem Drachenfelsplateau angekommen eröffnet sich uns eine atemberaubende Aussicht über den Rhein bis hin in die Eifel. Auch der Sonnenuntergang setzt die Landschaft romantisch in Szene. Gleich zu Anfang entdecken wir ein Modell des gesamten Areals. Als ich genauer hingesehen habe, wurde schnell klar, hier wird die Umgebung in Blindenschrift erklärt, ein toller Service.

Rheinblick

Rheinblick

Gemeinsam mit Jakob Sieger haben wir dann das Plateau und die Burgruine samt Sagen und Geschichten erkundet, super interessant. Faszinierend ist schon die Vorstellung, dass von 500 Millionen Jahren hier weder der Rhein noch das Siebengebirge war, stattdessen hätten wir hier im Meer schwimmen können. Als sich die Landschaft so langsam änderte blieben Vulkane übrig und Herr Sieger versicherte uns glaubhaft, dass der letzte Ausbruch des Vulkans Rodderberg, auf der gegenüberliegenden Rheinseite, die Drachen hier am Drachenfels endgültig vertrieben hätte :-). Oh, und hier oben geht auch der Rheinsteig vorbei.Rheinsteigschild

 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es sogar eine Eintrittskarte auf den Drachenfels und sie war heiß begehrt. KarteDamals wie heute konnte man den Aufstieg auch mit einem Esel überwinden, für 10 Silbergroschen, sage und schreibe rund 50 Euro, das nenne ich mal echten Luxus. Und da es für die Damen der damaligen Zeit auf dem Esel nicht so komfortabel war, wurden auch Sänften angeboten, der Preis ist aber unbekannt.

Ein Stückchen weiter in Richtung Ruine erzählt uns Jakob Sieger vom Leben in der damaligen Burg. Wie wichtig Wasser war und wie die Burg im Zweifel zu verteidigen war. Man war schon sehr erfinderisch, konnte doch in Windeseile ein doppelter Wehrgang eingezogen werden, die Vorrichtungen sieht man noch heute in den Mauerresten. Bei einem kurzen Blick neben den Weg fanden wir Tonscherben und Schieferstücke. Schnell kam Jakob Sieger mit der Erklärung: Ehekrach ist schließlich keine Erfindung der Neuzeit, damals flogen auch schon die Tassen und mit ein bisschen Glück kann man noch heute Scherben finden.Scherbe

Zum Abschluss ging es zu Fuß wieder zur Talstation, aber dem Abstieg haben wir noch einen Abstecher zu den Siegfriedfelsen gemacht und die schöne abendliche Aussicht auf den Rhein und die Weinberge genossen.

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